Bundeswehr verbaut 100 Millionen Euro in Bentlage

Presseberichte - Münsterländische Volkszeitung

Der Löwenanteil von rund 80 Millionen Euro liegt im Flugplatzbereich, wo unter anderem neue Wartungshallen errichtet werden. 20 Millionen entfallen auf den Kasernenbereich, vor allem auf die Sanierung der Unterkünfte. „Auf dem Flugplatz bleibt kein Gebäude wie es ist“, erläuterte Oberstleutnant Werner Schwarzer, Flugsicherheitsoffizier beim mittleren Transporthubschrauberregiment 15 „Münsterland“, gestern bei einer Pressekonferenz in der Theodor-Blank-Kaserne den Umfang der Baumaßnahmen.

Bereits 2002 waren erste Planungen für eine Sanierung der 40 Jahre alten Theodor-Blank-Kaserne erarbeitet worden. Damals ging man noch von einem Gesamtvolumen von 50 Millionen Euro aus. Durch die Übernahme von Aufgaben und Personal der aufgelösten Flugbasis in Hopsten, Baupreissteigerungen und neue technische Standards hat sich diese Summe inzwischen verdoppelt. Zurzeit arbeiten 1600 Soldaten und 200 Zivilangestellte in der Kaserne Bentlage.

Die Baumaßnahmen haben mit der Errichtung eines neuen Zauns bereits begonnen und sollen bis 2017 abgeschlossen sein.
Die vom Bundesfinanzministerium im Oktober abgesegnete Sanierung der Kaserne in Bentlage ist die derzeit größte Investion der Bundeswehr in Nordrhein-Westfalen. „Wir waren positiv überrascht, dass nichts an unserem Nutzungskonzept gestrichen wurde. Das zeigt uns, dass wir keine überzogenen Forderungen gestellt haben“, freute sich Oberstleutnant Schwarzer.

"Diese Investion bedeutet für die Kaserne Bentlage eine Bestandsgarantie für Jahrzehnte“, bewertete Hans-Otto Paul, Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums der Wehrbereichsverwaltung West, die beschlossene Sanierung. Die Wehrbereichsverwaltung West ist quasi Bauherr in Bentlage. Ausgeführt werden die Arbeiten vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW in Münster, der mit eigenen Baucontainern und Personal über die gesamte Bauzeit bis 2017 in der Kaserne Bentlage präsent sein wird.
Die Kaserne Bentlage sei 40 Jahre alt, erläuterte Oberstleutnant Schwarzer die Notwendigkeit der Sanierungsmaßnahmen.

Ein besonderes Manko seien zum einen fehlende Kellerräume, auf die wegen des hohen Grundwasserspiegels in diesem Gebiet beim Bau damals verzichtet wurde. Lagerraum sei deshalb in Bentlage sehr knapp. Zum anderen seien die Wartungshallen für die 36 in Bentlage stationierten CH-53-Transporthubschrauber zu klein. „Die Hallen sind damals für kleinere Hubschrauber wie die Alouette oder die Sikorsky H-34 G gebaut worden. Die CH-53, die wir jetzt fliegen, kam erst zehn Jahre später“, erläuterte Schwarzer. Nur mit eingeklappten Rotoren und abgeklapptem Heck passen die CH-53 in die Hallen. Zur Reparatur bei ausgeklapptem Rotor und Heck müssen die Maschinen wieder nach draußen geschoben werden. Und hier sind die Fluggerätemechatroniker voll der Witterung ausgesetzt. „Bei Minustemperatoren haben die nach fünf Minuten klamme Finger. Auch bei Regen kann man nicht arbeiten“, so Schwarzer. Deshalb brauche man dringend größere Hallen. Die 40 Jahre alte CH-53 soll in Bentlage noch bis 2030 geflogen werden.

Anhand einer Powerpoint-Präsentation wurden die geplanten Sanierungsmaßnahmen im Detail vorgestellt. Im Kasernenbereich werden Zug um Zug 27 Mannschaftsunterkünfte saniert.
Die Soldaten werden während der Bauzeit in einem sogenannten „Springergebäude“ aus Containern untergebracht. Auch der Sportplatz, die Hundezwingeranlage, der Bremsenprüfstand und die Sattlerwerkstatt werden saniert sowie ein zentrales Waffenkammergebäude errichtet. Auf dem Flugplatz werden unter anderem Instandsetzungshallen sowie Ausbildungsgebäude neu errichtet.

Auch die Heizungsanlage wird mit einem modernen Gas-Blockheizkraftwerk erneuert. „Das Blockheizkraftwerk war in Bentlage die wirtschaftlichste Lösung“, erläuterte Hans-Otto Paul von der Wehrbereichsverwaltung West. „Aber an anderen Bundeswehrstandorten kommen durchaus auch alternative Energieträger zum Einsatz. In der Bundeswehrsportschule in Warendorf haben wir kürzlich eine Hackschnitzelheizung gebaut.“