Heeresflieger auf der Streichliste?
Presseberichte - Münsterländische Volkszeitung
Hinter vorgehaltener Hand wird jedoch munter spekuliert: Falls der Sparzwang der Bundesregierung sich weiter verschärfe, könnte das Überlegungen Auftrieb geben, sich auf Flugplätze zu konzentrieren, in die bereits massiv investiert wurde. Das würde auf den ersten Blick für Bentlage sprechen - laufen dort doch seit Monaten Sanierungsarbeiten, für die mehrere Millionen Euro investiert werden. Ähnliche Pläne gibt es jedoch auch beim Schwesterregiment in Laupheim, wo ebenfalls etliche Millionen Euro investiert werden sollen. Das schwäbische Laupheim ist neben Rheine-Bentlage der zweite Standort der CH 53-Transporthubschrauber.
Während sich der Kommandeur der Rheiner Heeresflieger weitestgehend bedeckt hält, was Aussagen zu Auswirkungen der Sparmaßnahmen angeht, wird sein Amtskollege in Laupheim, Oberst Hans-Christoph Specht, schon deutlicher. „Die angekündigten Sparmaßnahmen werden auch bei den Heeresfliegern zu Einschnitten bei Personal und Material führen“, wird der Kommandeur des mittleren Transporthubschrauberregimentes 25 in einem Zeitungsbericht zitiert. Der Verteidigungsminister wolle bis zum Herbst über die künftige Struktur der Bundeswehr entscheiden - daran hingen dann die Standortfragen.
Nach Medienberichten gibt es offenbar konkrete Überlegungen, die Zahl der CH 53-Transporthubschrauber, die auch in Bentlage im Einsatz sind, schrittweise von rund 100 über 80 auf 66 zu verringern. Rechne man davon die Maschinen für die Heeresfliegerwaffenschule in Bückeburg sowie die im Einsatz und in der industriellen Instandsetzung befindlichen Maschinen ab, so würden bei den beiden Regimentern in Rheine und Laupheim jeweils 20 Hubschrauber verbleiben. „Dafür braucht man nicht zwingend zwei Standorte“, wird ein Offizier zitiert.
Offen sei jedoch noch der Zeitpunkt der Flottenverkleinerung. Nach Medienberichten drängt die Heeresfliegerführung darauf, zu warten, bis die geplante elektronische Modernisierung der CH 53 abgeschlossen ist. Gerüchte besagen auch, dass die CH 53-Flotte künftig der Luftwaffe unterstellt werden soll.
VON JENS KAMPFERBECK
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