Truppenfahne in Rheine übergeben

Presseberichte - Münsterländische Volkszeitung

In bewusster Abgrenzung zur militärischen Tradition hatte die Bundeswehr nach ihrer Gründung 1956 zunächst auf spezielle Fahnen für Truppeneinheiten verzichtet. Bei zeremoniellen Anlässen, insbesondere mit Nato-Partnern, zeigte sich jedoch immer wieder der Bedarf an entsprechenden Fahnen, die dann zum Teil in Eigenregie hergestellt wurden. Um dem Wildwuchs ein Ende zu setzen, wurde 1964 eine Anordnung über Truppenfahnen erlassen.

Diese Anordnung galt jedoch nur für kleinere Einheiten unterhalb der Bataillonsebene. Seit dem 1. Oktober 2007 dürfen per Erlass des Bundespräsidialamtes auch größere militärische Verbände, zu denen auch das 1971 gegründete Heeresfliegertransportregiment 15 in Bentlage gehört, eine Truppenfahne führen.

Oberst Werner Salewski erinnerte an viele erfolgreiche Einsätze der Heeresflieger, unter anderem bei der Löschung von Waldbränden, Hochwasser- und Schneekatastrophen. Ein Meilenstein sei der Einsatz von 1992 bis 1996 im Irak gewesen, als die Heeresflieger UN-Waffeninspektoren transportierten. Patenschaften wie mit den Rheiner Emstor-Werkstätten dokumentierten die Verbundenheit der Bevölkerung mit den Heeresfliegern.

Generalmajor Erhard Drews ging auf die schon in der Antike wurzelnde militärische Tradition der Truppenfahnen ein. „Damals waren sie wichtige Feldzeichen einzelner Waffengattungen. Sie zeigte den Standort des Kommandeurs an und diente so der Orientierung der Soldaten in der Schlacht. Der Verlust der Truppenfahne war unter allen Umständen zu verhindern“, sagte Drews. Moderne Kommunikationsmittel hätten zwar inzwischen die Truppenfahne überflüssig gemacht. „Ihre symbolische und emotionale Bedeutung als Identifikationsmerkmal hat sie jedoch behalten.“